Kraftstoffe &
Betriebsstoffe

NATO-Interoperabilität beginnt beim Kraftstoff. STANAG 1135 kodifiziert die F-Codes aller NATO-Streitkräfte und ist Grundlage für alle Systeme, die auf NATO-Versorgung angewiesen sind.

STANAG 1135 DEF STAN 91-091 F-34 / F-44 / F-76

Normen im Cluster

STANAG 1135

Interchangeability of Fuels, Lubricants and Associated Products used by NATO Forces

STANAG

Grundlegendes NATO-Abkommen zur Austauschbarkeit von Kraft- und Schmierstoffen aller NATO-Streitkräfte. Definiert die F-Codes (F-34, F-44, F-76 etc.) und deren Spezifikationen.

DEF STAN 91-091

Turbine Fuel, Aviation Kerosine Type, Jet A-1 (AVTUR/FSII)

DEF STAN

Spezifikation für NATO F-34 Flugkraftstoff (Kerosin). Entspricht weitgehend Jet A-1 mit Anforderungen an Gefrierpunkt, Flammpunkt, Additive und Wasserabscheidung.

NATO-F-Codes: Das System hinter den Kraftstoffen

STANAG 1135 führt ein einheitliches Kodiersystem für alle von NATO-Streitkräften verwendeten Kraft- und Schmierstoffe ein. Jeder Stoff erhält einen F-Code mit spezifischer Spezifikation, die von allen Mitgliedsstaaten anerkannt wird.

Wichtige F-Codes

  • F-34 (NATO Jet Fuel): JP-8-äquivalenter Kerosin-Kraftstoff; Hauptkraftstoff für Luftfahrzeuge und zunehmend auch Fahrzeuge der Bundeswehr (Multi-Fuel-Strategie). Spezifikation: DEF STAN 91-091 / MIL-DTL-83133.
  • F-44: JP-5-äquivalenter Kerosin mit höherem Flammpunkt (≥ 60 °C) für Marineeinsatz auf Schiffen.
  • F-76 (Marinediesel): Marinediesel für Schiffsantriebe.
  • F-54 (Diesel): Dieselkraftstoff für Fahrzeuge, mit niedrigem Schwefelgehalt.
  • F-63: Bremsflüssigkeit MIL-PRF-46176.
  • O-167: Militärisches Motoröl für benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge.

Relevanz für Systemlieferanten

Wer Antriebssysteme, Kraftstoffsysteme, Filter oder Pumpen für die Bundeswehr liefert, muss sicherstellen, dass alle Komponenten mit dem NATO-F-Kraftstoff des Einsatzszenarios kompatibel sind. Dies betrifft Dichtungswerkstoffe (Elastomere), Oberflächenbeschichtungen und Filtermaterialien.

Die Bundeswehr hat seit den 2000er Jahren eine „Single-Fuel-Strategie" eingeführt: F-34 (JP-8) soll als einheitlicher Kraftstoff für alle Plattformen verwendet werden, was Logistik vereinfacht und Risiken reduziert. Lieferanten von Fahrzeugen und Aggregaten müssen F-34-Kompatibilität nachweisen.

Typische Fallstricke

Zivile Systeme, die für EN 590-Diesel ausgelegt sind, können mit F-34 (Kerosin) inkompatible Elastomere (Dichtungen, Schläuche) enthalten. Kerosin ist ein schlechteres Lösemittel für Gummi, aber ein besseres für bestimmte Beschichtungen.

Kraftstoff-Filterklassen müssen explizit für NATO-F-Kraftstoffe spezifiziert sein – zivile Filterklassen nach EN-Norm korrespondieren nicht direkt mit NATO-Anforderungen.

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