Militärische Systeme müssen nicht nur funktionieren – sie müssen nachweislich sicher sein. MIL-STD-882E definiert den gesamten Prozess von der Gefahrenidentifikation bis zur Restrisikobewilligung.
System Safety
Übergeordneter US-Standard für System Safety: definiert den gesamten Prozess von der Gefahrenidentifikation (Preliminary Hazard Analysis) über Risikobewertung (Mishap Risk Index) bis zur Restrisikobewilligung. Wird im NATO-Kontext weitgehend akzeptiert.
Safety Management Requirements for Defence Systems
Britischer Verteidigungsstandard für Safety Management. Europäisch stark verbreitet; UK-MoD-Projekte erfordern häufig DEF STAN 00-56 statt oder zusätzlich zu MIL-STD-882.
System Safety ist kein einmaliger Prüfschritt, sondern ein Prozess, der parallel zur Systementwicklung läuft. MIL-STD-882E definiert diesen Prozess als „System Safety Program" (SSP) und fordert die kontinuierliche Aktualisierung einer Gefahrenanalyse (Hazard Log) über alle Entwicklungsphasen.
MIL-STD-882E kategorisiert Gefahren nach zwei Dimensionen:
Das Resultat ist ein Mishap Risk Index (z.B. „IIA" = Critical/Frequent), der bestimmt, wer das Restrisiko formell annehmen darf und welche Mitigationsmaßnahmen nachgewiesen werden müssen.
Britische Beschaffungen und zunehmend auch NATO-Projekte fordern DEF STAN 00-56 mit explizitem ALARP-Nachweis (As Low As Reasonably Practicable). Das bedeutet: Nicht nur die Einhaltung vordefinierter Grenzwerte, sondern ein dokumentierter Begründungsrahmen, warum das Restrisiko akzeptabel ist.
Viele Lieferanten verwechseln System Safety mit CE-Konformitätsbewertung oder ISO-Risikobeurteilung nach ISO 12100. Der Ansatz, Werkzeuge und die Dokumentationstiefe unterscheiden sich grundlegend.
Software-Anteile werden häufig zu spät in die System Safety Analyse einbezogen. Sicherheitskritische Softwarefunktionen erfordern eine eigene Software Safety Analysis (SSSA) und ggf. Einstufung nach DO-178C.
Wir unterstützen bei der Erstellung von Hazard Logs, SHA und ALARP-Argumenten.